Alexandra Kärgel ·
Mein Buchtitel stand schon fest, und ich habe ihn trotzdem wieder über den Haufen geworfen
Mein Buchtitel
und das Cover dazu
Wochenlang habe ich jetzt über einen Titel für mein Buch für Nachfolgerinnen nachgedacht. Ich hatte ihn schon. Er stand so gut wie fest. Und dann habe ich ihn wieder über Bord geworfen.
Neuer Versuch von mir. Eine ganz andere Richtung und jetzt passt er für mich. Das reicht mir. Optimieren kann man immer was, aber man muss auch irgendwann mal eine Entscheidung treffen, damit es weiter geht.
Den Titel verraten tue ich noch nicht. Nicht, weil ich geheimnisvoll tun will, sondern weil er noch nicht final ist. Und ohne Titel kann man auch kein Cover entwickeln. Das war für mich der logische nächste Schritt.
Zu viele Köche verderben den Brei
Ich gehe bei so etwas sehr viel nach Bauchgefühl. Ich spreche mit kaum jemandem über meine Ideen, maximal mit ein, zwei Personen.
Die eine Sorte sind Menschen vom Fach. Die wissen, wovon sie sprechen, und die machen mir meine blinden Flecken beim Buch sichtbar.
Die andere Sorte sind Vertrauenspersonen aus meiner Familie. Die sind ehrlich mit mir. Die üben Kritik, geben ihr Feedback, ohne etwas zu beschönigen.
Mehr Stimmen brauche ich nicht. Zu viele Meinungen haben mich in der Vergangenheit eher verunsichert. Und es heißt nicht umsonst: „Zu viele Köche verderben den Brei.“ Das habe ich immer im Kopf, auch beim Buch.
Egal wie der Titel oder das Cover ausfällt, es wird am Ende immer jemand geben, dem es nicht gefällt. Es ist wie mit der Musik.
Der Weg, der für die Nachfolgerinnen frei wird
Beim Cover war ich lange hin und her gerissen. Ich habe mir viele andere Bücher angeschaut, aus meiner Branche und weit darüber hinaus.
Mir war eine gute Stimmung wichtig. Zukunftsorientiert, positiv und mit Weitblick. Und ein Bild, das für mich stimmig ist. Freie Bahn für die Nachfolgerin.
Das bedeutet: Was ihr im Weg steht, wird weggeräumt. Personen, Konflikte, eigene Zweifel. Sie kann frei durchgehen. Niemand kommt ihr mehr in die Quere.
Cochem, die Mosel und die Reichsburg
Ich wohne in Cochem an der Mosel in einer schönen Weingegend. Viele Familienunternehmen sitzen tatsächlich in der Provinz und nicht in den großen Städten. Wegen des Lärms, wegen des Platzes und viele Handwerksbetriebe sind hier vertreten.
Also sollte etwas von meiner Heimat ins Cover mit einfließen. Die Reichsburg steht bei uns für Tradition. Sie wird vermutlich Teil des Covers, ganz final bin ich da aber auch noch nicht.
Meine Grafikerin setzt das mit mir um. Die KI liefert mir dazu erste Ideen, zwei, drei Richtungen, wie man sich das vorstellen könnte. Den Rest macht auf jeden Fall ein Mensch.
Keine Autorin auf dem Cover, sondern die Nachfolgerin
Eins wollte ich auf gar keinen Fall: dass es aussieht wie ein klassischer Ratgeber oder ein Sachbuch. Auch nicht, dass ich selbst im Vordergrund stehe.
Man sieht das häufig. Die Person vorne drauf, Titel drüber, fertig. Genau das wollte ich nicht. Die Nachfolgerin soll sich angesprochen fühlen, nicht mich anschauen. Ich bin hinten drauf mit einem Porträtfoto und fertig.
Ich liebe Bilder und ich liebe Farben und Stimmungen. Das wollte ich schon beim ersten Blick auf das Buch, dass man das spüren soll.
Mittendrin
Wie schwer es ist, einen wirklich passenden Titel zu finden und ein Cover zu entwickeln, das wusste ich vorher nicht wirklich. Ich stecke gerade mittendrin. Wenn du selbst gerade an einem Punkt bist, an dem du auf dein Bauchgefühl vertraust und dich fragst, wem du zuhören sollst und wem nicht, dann kennst du dieses Gefühl vielleicht auch aus deiner eigenen Nachfolge. Ich würde mich freuen, ein Stück deines Weges zu begleiten.
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—- Alexandra Kärgel —-